In Alsergrund, genauer in der Reznicekgasse 3 gibt es seit gut zwei Wochen das Restaurant Orchideea. Gastronomische Betriebe gab es im Laufe der Jahre an dieser Adresse schon ein paar, der neue Inhaber setzt auf österreichische Küche mit Fokus auf traditionelle Wiener Speisen.

Apropos Traditionen, die hält Hausherr Stefan Krizsanics hoch. „Bei uns gibt’s Schnitzel vom Kalb, im Schmalz herausgebacken“, am Freitag „ganz katholisch“ Fisch. Natürlich kann man aber à la Carte  auch Fleisch bestellen. Neben einer Wochenkarte mit täglich wechselnden Menüs hält die Speisekarte Frühstück, Suppen, Salate, Hauptspeisen und Nachspeisen bereit. Umgesetzt wird das von seinen beiden Köchen. Der eine bringt jahrelange Erfahrung auf Kreuzfahrtschiffen mit, der andere ist firm in Molekular- und europäischer Küche. Erstere wird im Orchideea zwar nicht angeboten, zeigt aber, dass seine Leute ganz schön etwas draufhaben. Zusammenhalt und die gemeinsame Philosophie – alles wird mit Herz und ausgeprägtem Hang zur Perfektion gemacht – soll der ganzen Mannschaft wichtig sein und auch an die Gäste weitergegeben werden.

Neben dem eingangs erwähnten Schnitzel gibt es weitere Wiener Klassiker, wobei man da keine Abwandlungen kredenzt, sondern ursprüngliche Produkte und Zubereitung hochhält. Schnitzel vom Kalb, Schmalz – Sie sehen, was ich meine.

Die Gäste des Hauses sind Paare und Familien, aber auch Geschäftsleute, die in Ruhe ein schönes Wiener Frühstück genießen wollen, bevor sie in einen Tag voller Termine starten. Genießen, das ist ein Stichwort, das dem Gastronomen gut gefällt. Denn wohlfühlen soll man sich im Orchideea. Der Gastronom möchte seinen Gästen eine Auszeit vom stressigen Alltag gewähren, sie sollen eine schöne Mahlzeit in gemütlicher Atmosphäre genießen. Gut satt soll man von den Portionen werden, aber nicht mit einem unguten Völlegefühl nach Hause gehen. Der Besuch im Restaurant soll als etwas Schönes in Erinnerung behalten werden, die Gäste sollen gerne wiederkommen. Und das tun sie anscheinend auch, denn bereits nach zwei Wochen Betrieb kann der Hausherr einige Stammgäste beim Namen nennen.

Ab Juni baute man den Innenbereich um, sodass nun Holz und ruhige Farbtöne das Interieur beherrschen. Maßgeblich an der Gestaltung war Krizsanics‘ Lebensgefährtin Andreea beteiligt. Sie hat auch das Logo – eine Orchideenblüte – gezeichnet. Ein Blickfang im Lokal ist sicherlich auch das große Wandgemälde linkerhand, wenn man das Gastraum betritt. Es stammt von einem Vorbesitzer aus dem Jahr 1995. Lange Jahre war es durch eine Mauer verdeckt, Krizsanics hat es wieder freigelegt. Das Lokal hat 47 Sitzplätze, ab nächstem Sommer wird man auch im Schanigarten Platz nehmen können.

Warum der Fokus auf Orchideen? Das sind die Lieblingsblumen seiner Lebensgefährtin. Der Restaurantname entstand in Anlehnung an ihren Namen – der mit -eea endet – sowie dem der Orchideen. „Diese Blumen mag man oder mag man nicht, so wie mich“, schmunzelt der Wiener.

Auch Feste feiern kann man im Restaurant, in einem eigenen Raum. An der Festtafel finden noch einmal 25 Personen Platz. Und wissen Sie was? Die Möbel kann man direkt beim Chef kaufen. Also nicht die, auf denen man im Lokal sitzt, aber neben dem Orchideea vertreibt man auch Gartenmöbel. Ein Geschäft braucht es dafür nicht, wie in alten Zeiten vertraut man hier auf Mundpropaganda. Besonders sehen sie aus, die Sessel und Tische. Allesamt im Design von Fässern. Sie werden eigens auf Bestellung massgefertigt.

In Zukunft sollen die Öffnungszeiten übrigens auf 2 Uhr Früh ausgeweitet werden, denn „spät gut essen gehen ist schwierig in Wien“, so Krizsanics. Das hat ihn persönlich gestört, da will er Abhilfe schaffen. Fans der Wiener Küche kommen hier auf ihre Kosten. Mahlzeit!

 

Restaurant Orchideea
Reznicekgasse 3, 1090 Wien

MO-SA 9-23 Uhr, SO 9-20 Uhr

www.orchideea.com/

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