Seit 2007 hält Thomas Bös der Familie Huth die Treue und so viel sei vorweggenommen: Das soll sich auch in Zukunft nicht ändern. Nebenbei spricht der Koch der Woche über die Vor- und Nachteile seines Berufs, wo er gerne Essen geht und welches Gericht man im Huth da Moritz unbedingt probiert haben muss.

Der Weg zum Koch war bei Thomas Bös ein oft genannter: Schon früh in der Kindheit mit der Mutter mitgekocht und über die Leidenschaft des Essens zur Leidenschaft fürs Kochen gekommen. „Sich selbst etwas Gutes machen zu können“ war definitiv ein Antrieb, wie Bös selbst sagt.
In der Zeit bis zum Küchenchef im Huth da Moritz hat Thomas Bös „alles mitgemacht“ – Restaurant, Kaffeehaus, Pop Up-Lokal, Wirtshaus oder Hotel; von Eröffnungen bis hin zu Schließung war alles dabei.

Familie Huth © Huth Gastronomie GmbH

Angekommen

Doch wie bereits erwähnt fand der Koch im Jahr 2007 seine Heimat. Zwar war er seitdem in mehreren Lokalen tätig, doch die Konstante war stets die Familie Huth. So entwickelte sich Bös zum Chef der er heute ist: Er ist „kein cholerischer Küchenchef“, weiß aber wann ein „lenkendes Wort“ notwendig ist, so sagt er. Viel eher sieht er sich als Vorbild für seine Mitarbeiter, die er stets motivieren möchte. Denn es wird produktiver gearbeitet, wenn „die Stimmung passt“ und dafür muss es auch „bei der Arbeit Spaß geben“.

Pros and Cons

Thomas Bös © © Huth Gastronomie GmbH

So mag es Thomas Bös in seiner Küche, wenn die Stimmung, aber vor allem auch das Geschäft, passt. Das Tempo treibt ihn an: „Ich liebe es wenn sich alles in der Küche bewegt!“
Doch gerade diese Hektik und dieser Stress bringt viele Köche dazu aus dem Business auszusteigen, was auch mit der fehlenden „Anerkennung der geleisteten Arbeit“ zusammenhängt, wie Bös meint. Deshalb sieht er die Entwicklung der Gastronomieszene auch oftmals sehr negativ.

Selbstverständlich überwiegen für Thomas Bös aber die positiven Seiten im Beruf, zu denen „Flexibilität, im Team und in verschiedenen Ländern arbeiten“ gehört.
Da Koch ein sehr Zeit raubender Job ist und man trotz der eigenen Fähigkeiten nicht immer dazu kommt sich selbst zu bekochen, geht der Haubenkoch auch gerne Essen. Zwar bevorzugt Bös Hausmannskost, wie er sagt, allerdings sind bei der Lokalauswahl wenig Grenzen gesetzt – „vom Haubenlokal bis zum Franchiselokal“ ist alles einmal vertreten.

„Für jeden Geschmack etwas dabei“

Ähnlich legt der Koch es bei den verwendeten Zutaten an, denn ein besonderes Faible hat er nicht. Die Qualität und die Frische der Zutaten geht über die Ausgefallenheit – „Einfach aber Gut muss es sein!“
Aufgrund dieser Prämisse kann der Küchenchef auch jedes Gericht seiner Karte empfehlen. Wobei, einen Favoriten hat Bös dann doch und diesen empfiehlt er auch gerne weiter, nämlich die Antipasti ‚da Moritz‘ (Und so viel sei aus meinen eigenen Erfahrungen berichtet: Dieser Antipasti-Teller ist wahrlich ein Vergnügen für den Gaumen!)

Antipasti „da Moritz“ © Barbara Katharina Reschenhofer

Die Ziele

Konkrete Pläne für die nähere Zukunft des Huth da Moritz gibt es derzeit nicht, so Bös, aber man möchte sich nicht „auf dem Erfolg ausruhen, sondern mit der Zeit gehen“. Zudem deutet Thomas Bös ein weiteres Projekt der Familie Huth an, an dem er beteiligt ist; mehr verrät der Koch aber nicht.
Für die persönliche Zukunft nimmt er sich vor mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen, da die in seinem stressigen Job manchmal hinten anstehen muss. Zudem beteuert Thomas Bös am Ende noch einmal der Familie Huth beruflich weiterhin treu bleiben zu wollen – hier hat man sich wahrlich gesucht und gefunden.

Huth da Moritz

Schellinggasse 6, 1010 Wien
Täglich von 12:00 bis 24:00 Uhr (Küche bis 23:00)
Telefon: +43 1 512 44 44

https://www.damoritz.at/

 

Text: Philipp Stottan

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