Tafelspitz

Das österreichische Nationalgericht hatte bereits im Mittelalter Bedeutung. Im Jahr 1650 wurden 43.620 ungarische Steppenrinder nach Wien gebracht, aus welchen man den Gaumenschmaus anfertigte. Nichtsdestotrotz hat er seinen Ursprung im 19. Jahrhundert. 1825 schlug Kochbuchautorin Anna Hofbauer vor, pro Monat einundzwanzig Mal gekochtes Rindfleisch mit Beilage zu essen. Diesen Rat nahm sich dem Anschein nach auch Anna Sacher zu Herzen und bereitete die Jahre darauf für Kaiser Franz Josephs Soldaten jenes lang zu kochende Gericht zu. Daraufhin schauten sich auch die Wiener Bürger das Rezept ab, verfeinerten die Speise allerdings mit Rösti, Spinat und Saucen. So entstand der Tafelspitz, wie wir ihn heute alle kennen. In den 70er Jahren gehörte er zu den beliebtesten Gerichten und ist heute noch in vielen Restaurants anzutreffen. Das Gericht ist zwar zeitaufwendig zum Kochen, doch das Ergebnis ist ein köstlich zartes Stück Rinderfleisch und somit den Aufwand wert.
Bei der Zubereitung wird das Schwanzstück des Rindes, welches mit einer Fettgewebeschicht überzogen ist, im Wasser oder in einer Brühe mit verschiedenen Gemüsesorten, wie etwa am Vortag vorgekochten Kartoffeln und ungeschälten angerösteten Zwiebeln, mindestens zwei Stunden lang gekocht. Daraufhin wird das Fleisch in dünne Scheiben geschnitten und mit Semmel- oder Apfelkren, Kartoffeln, knusprigen Rösti, Cremespinat oder Schnittlauchsauce serviert. Der Name des Gerichts kommt von der Form des von der Hüfte entnommenen Muskelstranges, da es sich um ein spitz zulaufendes Strangende handelt. Man sagt, es gleiche der Tafel des Kaisers Franz Joseph, da es dieselbe Form besitze.
Formen hin oder her. Fakt ist: der Tafelspitz führt die Familie wieder zusammen. Wenn nicht sonntags am Herd, dann in den beliebtesten Tafelspitz-Restaurants:

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